Tanz den Gummitwist

Eine Perle deutscher Popmusik lief mir im Sommer über den Weg: Der Plan mit Gummitwist. Der Text beschreibt den Irrsinn der modernen computerisierten Welt - im Jahre 1984!

Wenn man sich den Text anhört und in die Zeit von vor 30 Jahren versetzt, kann man sich nur wundern. Wer kannte 1984 schon einen Computer, außer aus James-Bond-Filmen? Auf den Schreibtischen herrschte noch die Schreibmaschine, das World Wide Web war 10 Jahre entfernt, nur in den Jugendzimmern fand sich gelegentlich ein Commodore C64 (wenn Papi die 1.000 Mark dafür locker machte, das entspricht der heutigen Kaufkraft von 1.000 Euro), auf dem man spielen konnte und auch kleine Programme schreiben, wenn man Computer-Freak genug war und sich in die Programmiersprache Basic einarbeitete.

So einladend begrüßte uns der C64 im Jahre 1984



               Kann ich morgen nicht mehr leben ohne Personalcomputer?
               Kann ich meine Blumen nicht mehr ohne den Computer gießen?
               Kann ich keine Suppe kochen ohne LCD-Display,
               und wenn ich meine Socken wasche, brauche ich ein Interface?

Der Text klingt noch heute sehr lustig und trifft größtenteils wohl immer noch zu. Aber damals war er seiner Zeit weit voraus und ging an der breiten Masse total vorbei. Computer wurden noch nicht einmal als Bedrohung wahrgenommen, sondern nur als Spinnkram einiger Technikfreaks. Kein Wunder, dass das Lied floppte und bis heute unbekannt blieb.

Plattenhülle Gummitwist

Der Plan war eine Band der Neuen Deutschen Welle Anfang der 1980er Jahre. Zunächst waren sie zu experimentierfreudig für den Massengeschmack, und als sie mit dem Gummitwist 1984 den Durchbruch schaffen wollten, war man der Kommerzschwemme der NDW bereits überdrüssig. Es wurde nichts.

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